Mabon: Bedeutung, Rituale und Bräuche zur Herbst-Tagundnachtgleiche [Tor 8 im Jahreskreis]

Jahreskreis & Rituale

Die Tage werden kürzer, die Luft morgens schon kühl – spürst du das auch gerade? Mit Mabon erreichen wir das achte und letzte Tor unserer kleinen Reise durch den Jahreskreis. Der Kreis, der bei Samhain begann, schließt sich jetzt.

Mabon ist die Herbst-Tagundnachtgleiche: der Moment, in dem Licht und Dunkelheit sich noch einmal die Waage halten, bevor die dunkle Jahreshälfte übernimmt. Ein Fest der Balance – und der Dankbarkeit für alles, was in diesem Jahr gewachsen ist.

In diesem Artikel erfährst du nicht nur, was hinter Mabon steckt, wann es gefeiert wird und mit welchen Ritualen du diese besondere Zeit für dich nutzen kannst. Du bekommst außerdem eine Gratis-Audio-Meditation für dein persönliches Mabon-Ritual.

 

Was ist Mabon? Die Bedeutung des Festes

Mabon ist ein keltisches Sonnenfest und das zweite Erntefest im Jahreskreis nach Lughnasadh. Während Lughnasadh den Beginn der Erntezeit markiert und uns dazu einlädt, die ersten Früchte einzubringen, ist bei Mabon die Ernte weitgehend eingebracht – jetzt geht es stärker um Dankbarkeit, Bilanz und den Übergang in die dunklere Jahreszeit. Was gesät und gepflegt wurde, ist jetzt eingebracht.

Der Name "Mabon" ist übrigens gar nicht uralt-keltisch, wie er sich vielleicht für dich anhört, sondern erst in den 1970er-Jahren im Rahmen der modernen Wicca-Bewegung nach dem walisischen Gott Mabon ap Modron für die Herbst-Tagundnachtgleiche geprägt worden.

Die Herbst-Tagundnachtgleiche selbst dagegen wird schon seit Jahrtausenden gefeiert, in ganz unterschiedlichen Kulturen als Zeit der Ernte und des Dankes. Der Name ist also jung, das Fest dahinter uralt. Mabon ist eine Zeit, um innezuhalten, Bilanz zu ziehen und Danke zu sagen – für die Fülle, aber auch für die Arbeit, die dahintersteckt.

 

Wie spricht man Mabon aus?

Mabon wird ungefähr "Mah-bon" ausgesprochen – die erste Silbe betont und leicht langgezogen.

 

Wann wird die Herbst-Tagundnachtgleiche gefeiert?

Mabon wird traditionell zwischen dem 21. und 23. September gefeiert – zur astronomischen Herbst-Tagundnachtgleiche. 2026 fällt dieser Zeitpunkt auf den 23. September. Genau das macht Mabon aus: Tag und Nacht sind für einen Moment exakt gleich lang. Danach übernimmt die Dunkelheit – bis zur Wintersonnenwende an Yule wieder das Licht zurückkehrt.

 

Mabon: Zeit der Balance zwischen Licht und Dunkelheit

Mabon ist im Jahreskreis der zweite Moment, an dem sich Tag und Nacht die Waage halten – nach Ostara im Frühling. Während Ostara den Aufbruch ins Licht markiert, zeigt uns Mabon die andere Richtung: den bewussten Rückzug in die Ruhe.

Vielleicht kennst du das Gefühl: Draußen wird es früher dunkel, und irgendetwas in dir beginnt, sich ganz von selbst zu verlangsamen. Das ist kein Zufall, sondern der natürliche Rhythmus dieser Jahreszeit. Mabon lädt dich ein, dieser Verlangsamung nicht entgegenzuarbeiten, sondern sie als das zu nehmen, was sie ist: eine Einladung zur Balance.

 

Mabon und Ayurveda: Wenn der Herbst beginnt

Auch im Ayurveda ist der Übergang vom Sommer in den Herbst eine besondere Zeit. Mit den ersten kühleren und windigeren Tagen beginnt die sogenannte Vata-Zeit. Vata steht für die Elemente Luft und Raum und bringt Qualitäten wie Bewegung, Leichtigkeit, Kühle und Trockenheit mit sich.

Vielleicht bemerkst du diese Veränderungen gerade selbst: Die Luft wird kühler, der Wind nimmt zu, die Tage werden kürzer und draußen wird vieles unbeständiger. Auch dein Körper und dein Nervensystem können auf diesen Wechsel reagieren. Manche Menschen schlafen unruhiger oder bemerken trockene Haut und ein stärkeres Bedürfnis nach Wärme und Rückzug.

Aus ayurvedischer Sicht tut jetzt alles gut, was den gegensätzlichen Qualitäten entspricht: Wärme, Ruhe, Regelmäßigkeit und Erdung. Warme Mahlzeiten, feste Tagesstrukturen, eine warme Tasse Tee oder eine sanfte Selbstmassage mit Öl können kleine Möglichkeiten sein, dich in dieser Übergangszeit gut zu unterstützen.

Und genau hier entsteht eine schöne Verbindung zu Mabon: Auch dieses Fest lädt dich ein, langsamer zu werden, innezuhalten und dich auf die kommende dunklere Jahreszeit einzustimmen.

Vielleicht ist Mabon deshalb ein guter Moment, nicht nur auf deine Ernte zu schauen, sondern auch darauf, was du jetzt brauchst.

 

Welche Rituale gibt es zu Mabon? 

Die Herbst-Tagundnachtgleiche ist wie gemacht, um dir bewusst Zeit für dich zu nehmen. Hier sind vier Rituale für Mabon, die gut zu dieser Energie passen:

1. Bilanz ziehen

Nimm dir einen ruhigen Moment und schau zurück auf das Jahr:

  • Was ist bisher passiert – und was davon war gut?
  • Was ist noch offen, was möchtest du in diesem Jahr noch abschließen?
  • Wofür bist du dankbar, wenn du auf die letzten Monate blickst?

Du musst nichts perfekt beantworten. Es reicht, wenn du dir selbst ehrlich zuhörst.

 

2. Dein 13. Wunsch

Hast du in den letzten Rauhnächten mit dem 13-Wünsche-Ritual gearbeitet? Dann ist Mabon ein guter Moment, um nachzuschauen, wo du bei deinem 13. Wunsch stehst – dem einen Wunsch, den du dir selbst erfüllen wolltest.

Was hast du schon geschafft? Was darf jetzt, mit dem Jahr, das sich langsam dem Ende zuneigt, noch Raum bekommen?

3. Verbindung zur Natur

Geh noch einmal bewusst nach draußen: ein Spaziergang, die letzten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut, vielleicht auch etwas Sport an der frischen Luft. Nimm wahr, wie sich das Licht gerade verändert – und wie sich das in dir anfühlt.

 

4. Rückzug und Meditation

Weil es jetzt auf die dunkle Jahreszeit zugeht, darf auch dein Blick sich mehr nach innen richten. Eine kleine Reise nach innen, ein bewusster Rückzug, ein paar Minuten Stille – das ist an Mabon Balsam für dein Nervensystem.

Für genau diesen Moment habe ich eine geführte Meditation für dich vorbereitet, mit der du dich ganz einfach in diese innere Ruhe führen lassen kannst.

Alte Bräuche zu Mabon

Die Erntezeit war früher vor allem eines: harte körperliche Arbeit. Getreide wurde gedroschen, Obst gepflückt und eingekocht oder gedörrt, damit auch im Winter noch genug da war. Heute ist vieles davon leichter geworden – aber die Bräuche selbst gibt es immer noch. Vielleicht kochst auch du gerade Marmelade ein, trocknest Kräuter für den Winter oder gehst noch einmal los, um Pilze zu sammeln. Genau das ist gelebter Mabon-Brauch: die Fülle des Jahres haltbar machen, für die Monate, in denen weniger wächst.

 

 

Das Opferritual: Gaben für die Erde

Ein besonders altes Mabon-Ritual ist das Brotopfer: Ein selbst gebackenes Brot wird an die Wurzeln eines Baumes gelegt – als Dankeschön an die Natur. Man gibt etwas zurück von dem, was sie einem geschenkt hat. Geehrt werden damit nicht nur die Erde selbst, sondern auch die Erntegeister und das sogenannte “kleine Volk” – deren Schutz man sich für die kommende dunkle Zeit wünscht.

Es können anstelle von Brot aber auch Früchte wie Äpfel oder Nüsse dargebracht werden.

Für dein eigenes kleines Dankbarkeitsritual reicht heute oft schon eine Kerze. Zünde sie an, halte einen Moment inne und bedanke dich – bei der Natur, bei diesem Jahr, bei dir selbst.

 

 

Mabon und das christliche Erntedankfest

Wenn du bei Mabon an Ernte und Dankbarkeit denkst, kommt dir vielleicht auch das christliche Erntedankfest in den Sinn. Während das christliche Erntedankfest seinen Dank für die Ernte und die Gaben der Natur an Gott richtet und für die Gottesdienste die Altare feierlich mit Brot, Obst oder Getreide geschmückt werden, richtet sich das keltische Herbst-Tagundnachtgleichefest direkt an die Natur.

Mabon wird wie schon geschildert zur astronomischen Herbst-Tagundnachtgleiche gefeiert, Erntedank traditionell etwas später - meist am ersten Sonntag im Oktober.

Beide lenken jedoch den Blick auf das, was wichtig ist: auf alles, was gewachsen ist, was uns nährt und wofür wir dankbar sein können.

Der Jahreskreis schließt sich

Mit Mabon endet nicht nur der Sommer – für uns beide endet damit auch die Reise durch die acht Tore des Jahreskreises. Von Samhain bis Mabon war viel dabei: Übergänge, Wachstum, Fülle, Loslassen. Und jetzt, zum Schluss, darf noch einmal alles zusammenkommen: Dankbarkeit für das, was war. Ruhe für das, was kommt.

Schreib mir in den Kommentar, ob und wie du Mabon feierst. Heute wünsche ich dir erstmal eine erfüllte Erntezeit und viel Ruhe im Gleichgewicht.

Alles Liebe für dich
Melli

Punkte als Trennlinie

Ausblick: Der neue Jahreskreis beginnt mit Samhain (Halloween)

Mit Mabon schließt sich der Kreis unserer Reise durch die acht Jahreskreisfeste. Und gleichzeitig steht schon der nächste Jahreskreis vor der Tür: Mit Samhain, das rund um Halloween gefeiert wird, beginnen wir einen neuen Zyklus.

Samhain steht für Übergang, Abschied und innere Einkehr. Die Natur zieht sich immer weiter zurück und auch für uns beginnt die Winter-Zeit, in der wir noch tiefer zur Ruhe kommen dürfen.

Wenn du die acht Feste noch einmal von Anfang an erleben möchtest, findest du hier alle Stationen meiner Reise durch den Jahreskreis.

Die Jahreskreisfeste im Überblick

Der Jahreskreis besteht aus acht Festen, die den natürlichen Rhythmus des Jahres widerspiegeln. In dieser Reihe kannst du die einzelnen Stationen entdecken:

  • Samhain – das Fest des Übergangs und der inneren Einkehr
  • Yule – die Wintersonnenwende und die Rückkehr des Lichts
  • Imbolc – das erste Erwachen des Frühlings
  • Ostara – die Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche und der Neubeginn
  • Beltane – das Fest der Lebensfreude
  • Litha – die Sommersonnenwende
  • Lughnasadh – das Fest der Ernte und des Loslassens
  • Mabon – die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche
Melli Böhm – Yoga- und Selbstliebe-Mentorin für Frauen mit XXL-Körper

Hallo, ich bin Melli.
Als Mentorin für Curvy Yoga und Selbstliebe begleite ich Frauen auf ihrem Weg, aus dem ständigen Funktionieren auszusteigen und wieder mehr zu spüren, was ihnen wirklich guttut.

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