Yoga-Kissen: Welches Yoga-Kissen ist das richtige für dich?

asana-Lexikon

Welches Yoga-Kissen ist das richtige? Diese Frage begegnet mir immer wieder – und vielleicht stellst auch du sie dir gerade.

In diesem Artikel bekommst du von mir Orientierung, damit du dich im Angebot der Yoga-Kissen nicht verlierst. Ich zeige dir konkrete Möglichkeiten, Anwendungsbeispiele und Unterschiede – damit du Schritt für Schritt herausfinden kannst, welches Yoga-Kissen dich in deiner Praxis wirklich unterstützt.

Außerdem gehe ich auf häufige Fragen aus meiner Community ein, zum Beispiel zur passenden Höhe und zu verschiedenen Füllungen von Yoga-Kissen.

 

 

Wofür brauchst du dein Yoga-Kissen?

Bevor du dich fragst, welches Yoga-Kissen das richtige ist, lohnt sich ein erster, klarer Blick: Wofür möchtest du dein Yoga-Kissen überhaupt nutzen?

Denn ein Yoga-Kissen ist nicht einfach „ein Kissen“. Es ist ein Werkzeug, das dich in deiner Praxis auf unterschiedliche Weise unterstützen kann.

Ein Yoga-Kissen kann dir helfen:

  • eine aufrechte und gleichzeitig entspannte Sitzhaltung zu finden, ohne Druck oder Anstrengung
  • deinen Körper in einzelnen Asanas sanft zu unterstützen und zu entlasten
  • mehr Stabilität und Sicherheit in deiner Praxis zu spüren

Je nachdem, wie du praktizierst, kann ein Yoga-Kissen genau eine dieser Funktionen erfüllen – oder mehrere gleichzeitig.

Deshalb geht es nicht darum, das „beste“ Yoga-Kissen zu finden. Sondern das, das dich in deiner Praxis wirklich trägt.

Schneidersitz oder Kreuzbeiniger Sitz mit Yoga-Kissen
Model: Die wunderbare Carola von vitalize-me

Einsatzbereiche für dein Yoga-Kissen

Wenn du dich fragst, welches Yoga-Kissen das richtige ist, hilft dir eine klare Orientierung nach Einsatzbereich.

 

Asana-Praxis

Für deine Asana-Praxis empfehle ich dir ein rundes Yoga-Kissen. Es gibt dir Flexibilität und unterstützt dich in vielen Situationen gleichzeitig:

  • beim Sitzen für Atemübungen oder Meditation
  • als sanfte Unterstützung in einzelnen Haltungen
  • als verlässliche Basis, wenn dein Körper mehr Stabilität braucht

Ein rundes Yoga-Kissen ist in verschiedenen Höhen erhältlich. So kannst du es an deine Körperlänge und deine Beweglichkeit anpassen – und Schritt für Schritt herausfinden, was sich für dich wirklich stimmig anfühlt.

 

Meditation

Für deine Meditation kannst du ebenfalls ein rundes Kissen nutzen. Ein Halbmondkissen kann jedoch ebenfalls eine gute Wahl sein.

Es unterstützt dich besonders dann, wenn du dich im Schneidersitz bereits sicher und stabil fühlst.

Durch seine Halbmond-Form entsteht mehr Raum für deine Füße und die leicht geneigte Sitzfläche kann deine Aufrichtung unterstützen.

 

Wichtig ist dabei nicht die Form allein – sondern dein Empfinden: Je ruhiger und stabiler dein Sitz ist, desto leichter kann dein Nervensystem entspannen.
Und genau daraus entsteht die Tiefe in deiner Meditation.

Die verschiedenen Kissenformen im Vergleich

Du siehst: Es gibt nicht das eine „beste“ Yoga-Kissen. Aber es gibt klare Unterschiede, die dir helfen können, eine stimmige Entscheidung zu treffen.

 

Rundkissen

Das Rundkissen ist der Klassiker unter den Yoga-Kissen – und aus meiner Sicht die verlässlichste Basis für deine Praxis.

Durch seine Form bietet es dir Stabilität und gleichzeitig viele Einsatzmöglichkeiten.

So kannst du ein rundes Yoga-Kissen nutzen:

  • für aufrechtes, entspanntes Sitzen bei Atemübungen und Meditation
  • als Unterstützung unter Gesäß, Rücken, Schultern oder Kopf
  • als entlastende Unterlage im Kniesitz
  • als stabilisierende Hilfe in verschiedenen Asanas

Gerade in einer Curvy Yoga-Praxis ist diese Vielseitigkeit entscheidend.

Du kannst dein Yoga-Kissen immer wieder neu so einsetzen, dass es dich wirklich unterstützt – statt dich in eine Form zu zwingen.

Ovalkissen “Zafu”

Das ovale Yoga-Kissen hat eine flachere, längliche Form.

Du kannst es ähnlich einsetzen wie ein Rundkissen. Zusätzlich bietet es dir die Möglichkeit, es hochkant zu nutzen – zum Beispiel im Kniesitz.

Auch hier gilt:
Es geht nicht darum, welches Yoga-Kissen theoretisch geeignet ist, sondern welches sich in deinem Körper stimmig anfühlt.

 

Yoga Bolster

Ein Bolster ist deutlich größer als ein klassisches Yoga-Kissen und bringt eine andere Qualität in deine Praxis: mehr Fläche, mehr Halt, mehr Raum zum Loslassen.

Gerade wenn du im Hüftbereich weniger beweglich bist oder dir mehr Höhe wünschst, kann ein Bolster eine wertvolle Unterstützung sein.

Das Bolster bekommst du - ebenso wie die Kissen - in unterschiedlichen Höhen und Längen sowie mit unterschiedlichen Füllungen.

Mehr Orientierung über die verschiedenen Füllungen von Yoga-Kissen und -Bolstern bekommst du in meinem Blog-Artikel "Welche Füllungen für Yoga-Kissen gibt es und welche Eigenschaften haben diese?".

Ein Bolster gibt es zudem in runder Form (als Rolle) oder in einer rechteckigen Form. Die rechteckige Form soll für mehr Stabilität sorgen, allerdings habe ich damit noch nie praktiziert und kann dir daher lediglich die runde Form empfehlen.

Besonders im Yin Yoga entfaltet ein Bolster seine Stärke:

  • bei passiven Dehnungen
  • bei herzöffnenden Haltungen
  • beim längeren Verweilen ohne Druck

Ein Bolster trägt dich – ohne dass du dich halten musst.
Und genau das kann deinem Körper helfen, Anspannung wirklich abzugeben.

Fazit zu den Kissenarten

In meiner eigenen Praxis nutze ich ein rundes Yoga-Kissen für aktive Einheiten und ergänze es im Yin Yoga durch ein Bolster.

Diese Kombination gibt mir die Möglichkeit, meinen Körper je nach Situation unterschiedlich zu unterstützen – ohne unnötig viele Hilfsmittel zu brauchen.

Auch hier darfst du deinen eigenen Weg finden:

  • Was unterstützt dich wirklich?
  • Was gibt dir Stabilität – und was erlaubt dir, loszulassen?

Drei Dinge, die dir langfristig helfen

Unabhängig davon, welches Yoga-Kissen das richtige für dich ist, gibt es drei Kriterien, die dir langfristig helfen werden:

1. Waschbarkeit

Ein abnehmbarer Bezug mit Reißverschluss sorgt dafür, dass du dein Yoga-Kissen hygienisch und unkompliziert reinigen kannst.

2. Anpassbarkeit der Füllung

Ein nachfüllbares Innenkissen gibt dir die Möglichkeit, die Höhe individuell anzupassen.

Mehr Orientierung über die verschiedenen Füllungen von Yoga-Kissen bekommst du in meinem Blog-Artikel "Welche Füllungen für Yoga-Kissen gibt es und welche Eigenschaften haben diese?".

3. Die Höhe

Wenn du herausfinden möchtest, welches Yoga-Kissen das richtige für dich ist, spielt die Höhe eine zentrale Rolle.

Sie beeinflusst, wie dein Becken ausgerichtet ist, wie deine Knie liegen und wie leicht sich deine Wirbelsäule aufrichten kann.

Es geht dabei nicht um „besser“ oder „schlechter“, sondern um eine Höhe, die deinem Körper erlaubt, in die Ruhe zu kommen – ohne Anspannung, ohne Halten.

Im Folgenden bekommst du eine Orientierung zu den gängigen Höhen, die dir helfen kann, dich besser zurechtzufinden:

Sehr hohe Kissen (ca. 35 cm)

Diese Höhe kann sinnvoll sein, wenn du eine sehr große Körperlänge hast (ca. 1,80 m) oder wenn du dich vor allem auf Meditation und Atemübungen konzentrierst, bei denen eine stark erhöhte Sitzposition hilfreich ist.

Für aktive Yoga-Formen oder längeres Bewegen innerhalb der Praxis kann diese Höhe jedoch schnell zu intensiv wirken, da sie deinen Körper stark anhebt und weniger Anpassungsspielraum lässt.

Hohe Kissen (ca. 17–25 cm)

Diese Kissenhöhe wird häufig als „hohe Variante“ angeboten.

Sie kann dich gut unterstützen, wenn du im Fersensitz oder Kniesitz mehr Entlastung brauchst oder wenn dein Hüftbereich noch nicht so beweglich ist.

Auch bei einer größeren Körperstatur kann diese Höhe helfen, eine aufrechte und gleichzeitig entspannte Sitzposition zu finden.

Standardhöhe (ca. 13–17 cm)

Diese Höhe gilt als klassische Standardhöhe für Yoga-Kissen. Sie ist vielseitig einsetzbar und eignet sich für verschiedene Sitzpositionen wie Schneidersitz, Fersensitz oder unterstützten Kniesitz.

Auch in der Praxis kann sie dich begleiten, zum Beispiel bei unterstützten Haltungen wie einem sanften Schulterstand oder einem getragenen Fisch.

Diese Höhe ist besonders dann stimmig, wenn du zum Beispiel um die 1,60 m groß und eher unbeweglich bist oder wenn du entsprechend größer (bis 1,80 m) und im Hüftbereich (sehr) flexibel bist.

Niedrige Kissen (ca. 8–13 cm)

Niedrige Yoga-Kissen ermöglichen eine eher bodennahe Sitzposition.

Sie können gut passen, wenn du 1,60 m oder kleiner bist oder wenn dein Körper bereits viel Beweglichkeit im Hüftbereich mitbringt.

 

Fazit zur Kissenhöhe

Die passende Höhe deines Yoga-Kissens lässt sich nicht allein über Zahlen bestimmen.

Entscheidend ist, ob dein Körper in eine ruhige, aufrechte und gleichzeitig entspannte Haltung finden kann.

  • Deine Knie dürfen weich nach unten sinken.
  • Dein Becken darf sich leicht ausrichten.
  • Dein Rücken darf sich aufrichten, ohne dass du ihn aktiv halten musst.

Mein Impuls für dich:
Probiere verschiedene Höhen aus und gib dir mehrere Minuten Zeit, darauf zu verweilen.

Als Daumenregel gilt:

Je kleiner du bist und je flexibler in der Hüfte, desto flacher darf auch dein Kissen sein. Oder andersherum: Je höher das Kissen, desto größer und “unbeweglicher” darfst du sein.

Ich selbst bin mit 1,78 cm eher groß. Da meine Hüftanatomie mir jedoch eine gewisse Beweglichkeit ermöglicht, komme ich auch mit einem niedrigen Kissen sehr gut klar.

Wenn ein Yoga-Kissen nicht stimmig ist – mögliche Alternativen

Manchmal zeigt sich im Körper klar: Ein klassisches Yoga-Kissen ist nicht die passende Unterstützung für deine Sitzpraxis.

Das ist kein „Scheitern“, sondern ein Hinweis darauf, dass dein Körper vielleicht eine andere Form von Halt braucht.

In diesem Fall können alternative Sitzhilfen eine gute Möglichkeit sein, deine Praxis trotzdem ruhig und tragend zu gestalten:

 

Alternative 1: Meditationsbank

Eine Meditationsbank kann deinen Körper besonders im Fersensitz oder Kniesitz entlasten.

Statt auf einem weichen Kissen zu sitzen, verlagert sich dein Gewicht auf eine stabile Fläche. Dadurch können Knie und Fußrücken spürbar entlastet werden.

Auch bei Meditationsbänken gibt es unterschiedliche Ausführungen:

 

  • verschiedene Sitzhöhen (15 - 25 cm)
  • verschiedene Neigungswinkeln (8 - 13 Grad)
  • mit zwei Standbeinen aussen bündig
  • mit zwei Standbeinen aussen nicht bündig 
  • mit einem Standbein mittig
  • mit fix verleimten Beinen (statisch)
  • mit faltbaren Beinen (klappbar, einfach transportierbar)
  • mit extra großer Sitzfläche 
  • mit oder ohne Sitzauflage
  • aus verschiedenen Holzarten

 

Hier darfst du auch auf die Tragkraft achten. Die Händler, die eine Tragkraft ausweisen, haben meist Meditationsbänke für ein Körpergewicht zwischen 90 - 125 kg (Suchbegriff “Tragkraft Meditationsbänke” oder “Statische Belastbarkeit Meditationsbänke”). 

Es gibt aber auch Meditationsbänke mit einer zusätzlichen Querverstrebung, diese haben dann eine Belastbarkeit von 150 kg. 

 

Alternative 2: Bodenstuhl

Ein Bodenstuhl ist eine weitere Möglichkeit, wenn du dir mehr Unterstützung für deinen Rücken wünschst.

Er kombiniert eine gepolsterte Sitzfläche mit einer Rückenlehne (ca. 50 cm hoch), die deinen Oberkörper sanft abstützt.

Dadurch entsteht eine Sitzposition, in der dein Rücken nicht aktiv gehalten werden muss, sondern sich anlehnen darf.

Das kann besonders hilfreich sein, wenn du längere Zeit sitzen möchtest und dabei mehr Entlastung im oberen Körperbereich brauchst.

Zusammenfassung: Welches Yoga-Kissen ist das Richtige?


So, meine Liebe, wenn du bis hierhin gelesen hast, schwirrt dir vermutlich gerade der Kopf. I feel you! Bei der Recherche zu diesem Artikel ist es mir genauso gegangen.

Ich hoffe, du hast jetzt zu deiner Frage rund um Yoga-Kissen etwas mehr Klarheit und kannst herausfinden, welches Yoga-Kissen für dich das Richtige ist.

Extra-Tipp

Wenn ich mir heute ein neues Yoga-Kissen kaufen würde, würde ich mir verschiedene Modelle, unterschiedliche Höhen und unterschiedliche Füllungen bestellen, um ein Gefühl für die Kissen zu bekommen und zu testen, welches wirklich zu mir passt.

Daher ist dies auch meine Herzensempfehlung für dich: Niemand von außen kann sagen, welches Yoga-Kissen das Richtige für dich ist. Nur du kannst spüren, ob du auf einem Kissen gut und bequem sitzt und es bei deiner Yoga-Praxis sinnvoll einsetzen kannst.

Darum vertraue deinem Körper und lass dein Gefühl das passende Kissen auswählen.

Alles Liebe
Melli

Melli Böhm – Yoga- und Selbstliebe-Mentorin für Frauen mit XXL-Körper

Hallo, ich bin Melli.
Als Mentorin für Curvy Yoga und Selbstliebe begleite ich Frauen auf ihrem Weg, aus dem ständigen Funktionieren auszusteigen und wieder mehr zu spüren, was ihnen wirklich guttut.

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