Dieses Yoga Retreat wirkt noch immer in mir nach. Ich bin tief berührt von dem, was an diesem Wochenende entstanden ist.
Wenn ich ein Retreat vorbereite, habe ich eine klare Vision davon, was ich mit diesem Wochenende bewirken möchte. Ich halte den Raum, setze den Rahmen. Doch das, was darin entsteht, bringen die Frauen selbst mit. Ihre Energie, ihre Geschichten, ihre Bereitschaft, sich einzulassen – all das macht jedes Retreat einzigartig.
Das Erwachen
Was uns am ersten Abend verbunden hat: Alle Frauen kamen erschöpft an. Sie waren sehr im Kopf, im Funktionieren, weit entfernt von sich selbst.
Die Eröffnungszeremonie stand daher im Zeichen von Beltane – einem Übergang, der seit Jahrhunderten für Neubeginn und Lebendigkeit steht. Seit tausenden von Jahren werden zu Beltane Feuer entzündet, um sinnbildlich Altes zu verbrennen und aus der Asche das Neue zu erwecken.
In einem kleinen Ritual durfte jede Frau ihren eigenen Weg gehen. Einen Lichtweg. Durch das Feuer – sinnbildlich für alles, was gehen darf: Stress, Zweifel, innere Anspannung.
Und gleichzeitig entstand Raum für das, was kommen möchte.
So haben wir das Neue, das nun entstehen durfte, eingeladen und gesegnet - jede individuell für sich. Hierbei hat uns der Duft von Rosen begleitet, als Symbol für die Liebe zu uns selbst und für das Aufblühen des Lebens.
Wie es zu Beltane üblich ist, haben wir diesen Übergang mit Tanzen gefeiert. Alles durfte sein: Sanftes Wiegen, langsame Kreise, freies Tanzen oder intensive Bewegung. Es gab keine Vorgaben, kein richtig oder falsch, keine Bewertung. Nur Bewegung, die aus dem Inneren entsteht.
Diese Phase der Verkörperung war für mich eine Offenbarung. Zu erleben, wie sich alle nach anfänglichem Zögern hingegeben haben und ohne nachzudenken den Impulsen ihres Körpers gefolgt sind, war für mich der erste Gänsehaut-Moment des Wochenendes.
Nachdem wir also eine neue Verbindung zu uns selbst erweckt hatten und beim Tanz pure Lebensfreude verkörpern konnten, habe ich die Frauen mit einer Yoga Nidra Tiefenentspannung zur Integration geführt.
Schon nach diesem ersten Abend war spürbar: Etwas ist in Bewegung gekommen. Die Frauen waren am nächsten Morgen präsenter, ruhiger, mehr bei sich.
Und doch war das erst der Anfang, das Erwachen.
Die Verkörperung
Der Samstag begann mit einer Yin Yoga & Klang Session - ganz im Zeichen des Milzmeridians und seines Lebensprinzips “Bewahrung der inneren Mitte”. Ich habe schon viele dieser Sessions gemeinsam mit meiner Freundin Anna gegeben und jedes Mal bin ich auf´s Neue sehr davon berührt, wie tief diese sanfte Yogapraxis im Verbund mit den Klangschwingungen wirkt.
Ein wunderbarer Weg zurück zur eigenen, inneren Mitte, von dem alle Frauen wieder ganz beseelt waren.
Die Mittagspause bei fantastischem Wetter hat uns anschließend mit der warmen Energie der Sonne gestärkt und mir einen wunderschönen Blumenkranz beschert, den die liebe Anna für mich geflochten hat.

[Kleine Side-Story: Wenn du einen Blumenkranz im Haar trägst, wirst du garantiert von allen Menschen, die dir entgegenkommen, mit einem strahlenden Lächeln bedacht. Einige davon sprechen dich auch an und teilen ihre Begeisterung, sagen dir, wie schön du aussiehst. Und möglicherweise triffst du auch Menschen, die dich fotografieren möchten…]
Am Nachmittag habe ich die Frauen mit einer Kakaozeremonie auf ihrem Weg begleitet. Kakao lädt uns ein, langsamer zu werden, uns selbst zu spüren und mit offenem Herzen zu begegnen.
Ich beziehe meinen Ritual-Kakao mittlerweile von einer kleinen Kooperative aus Venezuela, Maya Munay. Für jede Zeremonie, die ich halte, übernehme ich die Patenschaft für einen Kakaobaum und unterstütze so einen nachhaltigen, bewussten Anbau der Bäume und deren Früchte.
Nach dem Genuss der dunklen, duftenden Flüssigkeit konnten wir die herzöffnende Wirkung des Kakaos mit einer Meditation in Bewegung vertiefen. Meine liebste Meditation dafür ist die Herzmeditation nach Osho mit der Musik von Karunesh und auch die Frauen des Retreats waren davon sehr berührt.
Den Abend haben alle so gestaltet, wie sie es brauchten. Einige sind im Park spazieren gegangen, andere haben auf einer Bank gelesen. Jede hat sich das genommen, was ihr gut getan hat - so schön.
Die beste Art der Verkörperung des eigenen Seins.
Die Integration
Für den Sonntag morgen hatte ich ursprünglich zwei Yogastunden vorbereitet - eine sanfte, Ruhe gebende Einheit und eine Einheit mit kraftvollen Flows. Eigentlich wollte ich die Frauen entscheiden lassen, worauf sie am meisten Lust haben. Am Morgen habe ich mich aber dafür entschieden, die Stunde mit kraftvollen Flows zu leiten und das war genau richtig.
Es hat sehr gut getan, diese Mischung aus sanftem Erwachen, kraftvollen Flows und entspannter Integration. Wieder waren alle sehr begeistert und sind äußerst zufrieden zu einem letzten gemeinsamen Brunch gegangen.
Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Gruppe so harmonisch war und sich gegenseitig Halt gegeben hat. Durch tiefe Gespräche, durch Zuhören oder auch mal durch eine Umarmung.
Der Abschied
Am Abreisetag kommt die äußere Bewegung zurück: packen, auschecken, organisieren. Und natürlich unsere Abschlussrunde. Anna hat uns noch einmal mit den Klängen des Gongs begleitet – eine tiefe, körperlich spürbare Erfahrung, die beruhigt, ausgleicht und nachwirkt.
Ein Gong erzeugt durch seine tiefen Schwingungen eine intensive Klangmassage, die zu tiefer Entspannung, Stressabbau und der Lösung emotionaler oder körperlicher Blockaden führt. Die Vibrationen wirken beruhigend auf das Nervensystem, harmonisieren den Energiefluss und können das ursprüngliche körperliche Gleichgewicht wiederherstellen.
In der Abschlussrunde durfte dann jede Frau noch einmal teilen, wie sie sich nach diesem Wochenende fühlt und was sie für sich mitnimmt.
Das ist für mich immer ein besonderer Moment. Nicht wegen des Feedbacks an sich – sondern weil sichtbar wird, ob das, was ich gehalten habe, wirken konnte.
Und ja – es hat sich gezeigt.
Die Frauen sind rausgegangen aus dem Kopf. Raus aus dem Dauerfunktionieren.
Zurück in ihren Körper. Zurück in eine Verbindung mit sich selbst. Mit mehr Ruhe. Mehr Klarheit. Mehr positiver Energie.
Jede mit ihren eigenen Erkenntnissen – für ihre Praxis, für ihren Alltag, für die Beziehung zu sich selbst.
Genau das ist es, was ich mir als Mentorin für Curvy Yoga und Selbstliebe wünsche, wenn ich solche Räume öffne.

Vielleicht hast du beim Lesen gespürt, wie sehr dich das anspricht. Wie sehr du dir genau das wünschst: Raus aus dem Funktionieren, zurück in deinen Körper.
Beim nächsten Retreat entsteht wieder so ein Raum. Ein klar gehaltener Rahmen, der dich Schritt für Schritt zurück zu dir führt. Wenn du diesen Weg für dich gehen möchtest, bist du herzlich eingeladen, dabei zu sein.



