Kennst du das auch? Kaum ist das neue Jahr da, scheint überall die gleiche Botschaft zu laufen: „Neues Jahr, neuer Körper. Jetzt Detox, Diät und Disziplin“.
Viele Frauen starten voller Motivation – und fühlen sich wenige Wochen später frustriert, müde und „willensschwach“, weil die strengen Pläne im Alltag nicht funktionieren.
Doch oft liegt es gar nicht an dir, sondern daran, dass Diäten im tiefen Winter einfach gegen deine natürliche Körperweisheit arbeiten.
Das erwartet dich in diesem Blog-Artikel:
Winter aus ayurvedischer Sicht
Im Ayurveda ist der Winter vor allem eine Zeit von Vata und Kapha: draußen ist es kalt, oft feucht, dunkel, teils windig – uns fehlt das Licht und die Wärme. Wenn wir ehrlich in uns hineinspüren, sehnen wir uns nach Rückzug und haben das Bedürfnis nach Wärme und Geborgenheit. Dein Verdauungsfeuer (Agni) kann in dieser Jahreszeit zwar stark sein, trotzdem braucht dein Körper jetzt vor allem Stabilität und Schutz, nicht zusätzlichen Stress durch Verzicht.
Warum Diäten im Januar deinen Körper stressen
Eine klassische Diät bedeutet oft: Weniger essen, viel Rohkost/Salate und Smoothies – also genau das, was aus ayurvedischer Sicht Vata erhöht und dein System auskühlt.
Die Folge können Heißhunger, Stimmungsschwankungen, Verdauungsprobleme, Erschöpfung und langfristig sogar mehr Kapha (Trägheit, Gewichtszunahme, „innere Schwere“) sein, weil dein Körper in eine Art Notmodus geht.
Was dein Körper jetzt wirklich braucht
Statt strengem Verzicht liebt dein Körper im Winter warmes, gekochtes, gut gewürztes Essen: Suppen, Eintöpfe, Ofengemüse, Wurzelgemüse, wärmende Getreidegerichte und gesunde Fette wie Ghee oder hochwertige Öle.
Dazu passen heiße Getränke und Gewürze wie Ingwer, Zimt, Kardamom oder Fenchel, die dein Verdauungsfeuer stärken, ohne dich innerlich zu „verbrennen“.
Sanfte Routine statt Diät
Aus ayurvedischer Sicht ist der Januar ideal, um eine liebevolle Routine zu etablieren, statt sich mit Diätregeln zu quälen.
Wenn du also im Sinne der guten Vorsätze etwas verändern möchtest, um dein Wohlbefinden zu steigern, möchte ich dir diese Herzensempfehlung mitgeben:
Eine Tasse warmes Wasser am Morgen.
Wenn du mich kennst oder schon länger meinen Newsletter abonniert hast, dann hast du diesen Tipp schon öfter von mir gehört.
Und das hat seinen Grund: eine Tasse warmes Wasser am Morgen macht wirklich einen Unterschied für dein Wohlbefinden.
Gern erkläre ich dir hier ausführlich, warum dieser Tipp so wertvoll ist:
Nachts finden – salopp gesagt – intensive Aufräum- und Reparaturarbeiten in deinem Körper statt: Zellen werden regeneriert, dein Immunsystem, die Insulinsensitivität, deine Blutzuckerregulation und der Fettstoffwechsel werden feinjustiert.
Die Leber arbeitet jetzt besonders aktiv: Sie baut Alkohol und andere Toxine ab und verarbeitet Nährstoffe aus den Tagesmahlzeiten.
Deine Nieren balancieren Aminosäuren, Lipide und Medikamentenstoffe aus und dein Gehirn ist ebenfalls nicht untätig: es sorgt für Stress-Reduktion und räumt Stoffwechselabfälle weg.
Ein Teil dieser Abfallprodukte wird nachts kontinuierlich über deine Haut (Schwitzen/Nacht-Schweiß) und deine Lunge (Atmen) abgegeben. Der Großteil sammelt sich jedoch über Nacht in deiner Blase (Urin) und deinem Darm (Stuhl).
Ein Glas warmes Wasser am Morgen – auf nüchternen Magen – gleicht nun den nächtlichen Flüssigkeitsverlust durch Atmung und Schwitzen aus und unterstützt die Ausscheidung der gesammelten Abfälle.
Es wirkt verdauungsfördernd, entlastet dein gesamtes System und führt zu mehr Energie und Wohlbefinden.
Warum nicht kaltes Wasser?
Wenn du dich nun fragst, warum es nicht auch ein Glas kaltes Wasser sein kann, ist dies ebenfalls schnell erklärt:
Kalte Getränke muss der Körper erst auf Körpertemperatur bringen; dafür braucht er Energie, die nach ayurvedischer Sicht besser in die Verdauung und Regeneration fließen sollte.
Gerade morgens, wenn dein Verdauungsfeuer noch eher „niedrig brennt“, können kalte Getränke deine Verdauung und deinen Stoffwechsel zusätzlich ausbremsen.
Warum Wasser pur, statt mit Ingwer oder Zitrone?
Machen wir uns nix vor: Wasser pur ist für viele erstmal gewöhnungsbedürftig. Und dann auch noch warm …
Da liegt es natürlich nahe, einfach einen Teebeutel reinzuhängen für den Geschmack oder das Wasser mit gesundem Ingwer oder Zitrone zu pimpen.
Wenn du jedoch morgens die Ausscheidung der Abfälle unterstützen und deinen Stoffwechsel anregen möchtest, ist Wasser pur sinnvoller.
Das warme Wasser landet nämlich in deinem Magen und der prüft – vereinfacht gesagt – direkt, was da auf ihn zukommt. Wenn er feststellt, dass es Wasser pur ist, hat dein Magen nichts zu tun. Er öffnet dann den Magenpförtner, den Muskel am Ausgang des Magens. So gelangt das Wasser direkt in deinen Darm.
Wenn du Wasser mit Geschmack trinkst, kann dein Magen das nicht einfach weiterleiten. Er muss zuerst die Inhaltsstoffe wie Tee, Ingwer, Zitrone etc. verdauen und die entsprechenden Nährstoffe herausfiltern.
Wir wollen mit dem warmen Wasser aber ja dafür sorgen, dass dein Darm schnell die Abfallprodukte der Nacht los wird. Daher ist es vorteilhafter, Wasser pur zu trinken, damit dies schnell in deinem Darm landet.
Wenn du dir diese Routine angewöhnst, wirst du nach wenigen Tagen schon merken, dass das warme Wasser am Morgen verdauungsfördernd wirkt, deinen Körper entlastet und du insgesamt mehr Energie zur Verfügung hast.
So geht´s einfach mit dem warmen Wasser am Morgen:
Ich koche mir abends vor dem Schlafengehen immer das Wasser auf und fülle es dann in einen Thermobecher. Am Morgen ist das Wasser dann so weit heruntergekühlt, dass es mit ca. 50 Grad die perfekte Trinktemperatur hat.
Ich gehe morgens erst einmal auf die Toilette, schabe meine Zunge und spüle gründlich den Mund aus. Dann trinke ich mein warmes Wasser.
Frühling als bessere Zeit für „Entlastung“
Wenn du das Bedürfnis nach „leichter werden“ spürst, ist der Übergang vom Winter in den Frühling – im Zeitraum März/April – aus ayurvedischer Sicht deutlich günstiger zum Abnehmen.
Als Leitsatz kannst du dir merken: Wenn der Schnee in den Bergen schmilzt, dann beginnt Kapha von Natur aus zu schmelzen, und der Körper lässt sich mit entsprechenden Entlastungsimpulsen viel leichter unterstützen, ohne dass du gegen die Jahreszeit arbeiten musst.
Aus diesem Grund findet auch mein Ayurveda Home Retreat im Frühjahr statt. Hier bekommst du nicht nur ayurvedische Tipps, wir kochen auch gemeinsam (live online) leckere Rezepte, die dich beim Abnehmen & Entschlacken unterstützen und praktizieren zusammen stoffwechselaktivierendes Yoga. Magst du dabei sein?
Eine Einladung an dich
Vielleicht magst du dir in diesem Jahr erlauben, den Januar nicht als „Straflager“ nach den Feiertagen zu sehen, sondern als Zeit der Nährung, des Zur-Ruhe-Kommens und der liebevollen Zuwendung zu dir selbst.
Du musst nichts an dir „bekämpfen”. Du darfst dir die Ruhe gönnen und im Frühjahr, wenn auch die Natur wieder erwacht, deine Entfaltungsenergie natürlich fließen lassen.
Starte morgen früh gleich mit deinem warmen Wasser – und spüre, wie dein Körper dich dafür belohnt. Dein neues Jahr beginnt mit Sanftheit und Liebe zur dir selbst.
Ich freue mich, wenn du mir in den Kommentaren erzählst, wie es dir damit geht.



Danke Melli,
tolle Erklärung. Dann lass ich das mal mit dem reduzieren jetzt und warte besser auf die Sonne. Ist so interessant, was du sagst. Ich melde mich gleich noch für das Online Kochen an. Danke.
Kochst du das Wasser dem Wasserkocher??
Hallo Carola,
ja, ich koche das Wasser „normal“ im Wasserkocher.
Es gibt im Ayurveda ja das Vorgehen, dass Wasser im Topf ca. 20 Minuten köcheln zu lassen, darauf bezieht sich vermutlich deine Frage?
Ich habe mich bewusst dagegen entschieden. Einmal zum Energie sparen und dann, weil die Trinkwasserqualität in Deutschland hervorragend ist.
Das lange Abkochen stammt noch aus einer Zeit, in der die Wasserqualität deutlich schlechter war bzw. im Mutterland des Ayurveda – Indien – auch heute noch ist.
Allerdings verändert sich durch das lange Köcheln auch der ph-Wert des Wassers, was es leichter bekömmlich machen soll.
Ich habe dazu allerdings keine relevanten Studien gefunden, daher habe ich mich für die alltagstaugliche und energiesparende Wasserkocher-Methode entschieden 🙂
Liebe Melli,
Danke für deine Erkläungen. Immer wieder spannend hier zu lesen.
„Vorsätze über Board werfend“ melde ich mich direkt zum Online Kochen an.
Kochst du das Wasser mit einem Wasserkocher??
Danke für deine ganzen Tipps. Und guten Start ins neue Jahr.