Ayurveda im Urlaub: Warum meine Routine scheiterte und 3 Regeln, die mir trotzdem geholfen haben

Ayurveda

Kennst du das: Du hast dir zu Hause eine Routine aufgebaut, die dir richtig guttut – und dann kommt der Urlaub und wirft alles über den Haufen?

Mir ist genau das passiert. Ich war auf einer Kreuzfahrt im nördlichen Polarmeer unterwegs – mit Mitternachtssonne, mehreren Zeitumstellungen und einem Buffet-Angebot, das seinesgleichen sucht. Ayurveda im Urlaub anwenden? Ist bei mir weitgehend gescheitert. Und trotzdem – oder gerade deshalb – hat mir diese Reise gezeigt, was Ayurveda im Urlaub wirklich bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze:

 

  • Ayurveda im Urlaub muss nicht perfekt klappen – Ayurveda ist nicht dogmatisch, und die 80/20-Regel kann dir helfen, wenn mal etwas nicht passt.
  • Am leichtesten lässt sich warmes Wasser trinken beibehalten – dafür findet sich fast überall eine Möglichkeit.
  • Drei einfache Regeln geben Orientierung: Nach ayurvedischer Lehre sollten verschiedene tierische Eiweißquellen nicht kombiniert werden, Milchprodukte nicht mit Obst und eiskalte Getränke möglichst nicht zum Essen getrunken werden.
  • Mitternachtssonne oder Zeitumstellungen bringen den Biorhythmus zusätzlich durcheinander – das ist kein persönliches Versagen, sondern eine normale Reaktion.
  • Reisen kann aus ayurvedischer Sicht Vata besonders fordern. Wärme, Regelmäßigkeit, Ruhe und kleine vertraute Anker können dabei helfen, wieder mehr in die eigene Mitte zu finden.
  • Auch Bewegung muss im Urlaub nicht nach Plan funktionieren. Ein Spaziergang, ein paar Minuten Yoga oder eine kleine Mobilisation können schon reichen.
  • Zurück im Alltag hilft eine feste Morgenroutine, um schnell wieder in Balance zu kommen.

Die Reise: mit dem Schiff ins nördliche Polarmeer

Meine Urlaubsreise in diesem Jahr ist anlässlich meines 50. Geburtstags etwas Besonderes. Wir haben eine Kreuzfahrt in den Hohen Norden, ins Arktische Polarmeer, gemacht.

Gestartet sind wir in Kiel, mit der MeinSchiff. Von dort ging es nach Bergen in Norwegen, weiter zum Geirangerfjord, zum Nordkap, dann nach Spitzbergen mit der Hauptstadt Longyearbyen. Von Spitzbergen ging es weiter nach Island – zuerst Akureyri im Norden, dann Reykjavík im Süden – und zurück sind wir über Kopenhagen wieder nach Kiel gefahren. Insgesamt waren wir18 Tage unterwegs.

Eine wunderschöne, beeindruckende Route. Und eine, bei der ich schnell gemerkt habe: Meine Ayurveda-Routine wird hier auf eine echte Probe gestellt.

Das fing schon beim Essen an. Gleich zu Beginn der Reise gab es eine Vorstellungsrunde der Führungsoffiziere an Bord, bei der sich auch der Chefkoch mit einem Wunsch an uns wandte: Die Fahrstühle an Bord seien für 22 Personen zugelassen – sein Ziel wäre, dass am Ende der Kreuzfahrt nur noch 18 Leute reinpassen. Weil wir alle durch das gute Essen etwas zugenommen haben würden.

Ich musste lachen – und gleichzeitig wusste ich sofort, wie treffend das Bild war. Die Fülle an Bord ist wirklich kaum zu beschreiben, wenn man sie noch nicht selbst erlebt hat. Unzählige Brotsorten, frisch zubereitete Omeletts nach Wunsch, Porridge, Rührei, gebratener Speck, gebackene Tomaten. Ein Obstbuffet, das keine Wünsche offenlässt. Wechselnde Salate, frisches Gemüse. Pasta mit verschiedenen Soßen zur freien Auswahl, Fleisch- und Fischgerichte, tolle Beilagen, mega geniale Kuchen, Torten und Desserts. Eis so viel man will. Jeden Abend wechselndes 5-Gang-Menü …

Alles sieht lecker aus. Alles schmeckt lecker. Und genau das macht es so schwer, bei der eigenen Linie zu bleiben – nicht aus Disziplinlosigkeit, sondern weil so viel Gutes gleichzeitig auf dich einströmt.

[Was Ayurveda-Ernährung im Kern eigentlich ausmacht, kannst du übrigens in meinem Artikel „Ayurvedisch kochen = Indisch kochen? Nein!" nachlesen.]

 

Warum bringt die Mitternachtssonne den Schlafrhythmus durcheinander?

Die Mitternachtssonne ist ein faszinierendes Erlebnis. Nachts um 23:30 Uhr auf dem Deck stehen, mitten in strahlendem Sonnenschein – das vergisst man nicht so schnell. Gleichzeitig ist es ungewohnt. Denn dein Körper weiß eigentlich ganz genau, dass es Abend ist. Die Mitternachtssonne bringt deinen Hell-Dunkel-Rhythmus durcheinander, weil dein Körper abends weiterhin Tageslicht wahrnimmt, statt der gewohnten Dunkelheit.

Wir haben oft schön im Restaurant gegessen und sind danach noch an die Bar gegangen. Dort ist es schummerig, gemütlich – genau das Licht, bei dem dein Körper automatisch in eine Ruhephase kommt. Wenn du dann müde wirst und auf deine Kabine gehst, machst du die Tür auf – und alles ist erfüllt von strahlendem Sonnenschein. Als wäre es Mittag.

Das macht etwas mit dir. Du bist eigentlich im Einschlaf-Modus – und wirst durch das Licht schlagartig wieder wach. Die Verdunkelungsvorhänge in der Kabine waren zudem nicht wirklich dicht.

Die Folge: schwer einschlafen, nicht gut durchschlafen, morgens sehr früh wieder wach. Auf Spitzbergen steht die Sonne um 6 Uhr morgens schon hell am Himmel – ganz anders als bei uns zu Hause in Dortmund, wo sie um diese Uhrzeit noch tief steht. Dieser fehlende Hell-Dunkel-Rhythmus bringt nicht nur den Schlaf durcheinander, sondern auch die Verdauung und das gesamte Wohlbefinden.

 

Zeitumstellung obendrauf

Als wäre die Mitternachtssonne nicht genug gewesen, kam auf dem Weg von Spitzbergen nach Island noch die Zeitumstellung dazu: jeden Tag eine Stunde vor, macht zwei Stunden innerhalb von zwei Tagen. Dann haben wir drei Tage auf Island verbracht und auf dem Weg nach Kopenhagen haben wir wieder täglich um eine Stunde die Uhr verstellt – dieses Mal zurück.

Für den Biorhythmus ist das eine ganze Menge auf einmal. Kein Wunder, dass sich das auf Verdauung, Schlaf und Wohlbefinden ausgewirkt hat.

 

Reisen bringt Vata aus dem Rhythmus

Wenn ich meine Reise heute aus ayurvedischer Sicht betrachte, wird noch etwas klarer, warum mein Körper so deutlich auf die Veränderungen reagiert hat.

Im Ayurveda spielt der Rhythmus eine wichtige Rolle. Der Mensch lebt nicht losgelöst von Tageszeit, Jahreszeit, Schlaf, Ernährung und seiner Umgebung. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ayurveda beschreibt die Bedeutung des Biorhythmus und empfiehlt, Ernährung, Regeneration und Bewegung möglichst an den natürlichen Rhythmen auszurichten.

Und genau das war auf dieser Reise plötzlich alles anders.

Andere Zeiten. Andere Orte. Ständig Bewegung. Neue Eindrücke. Ungewohnte Schlafenszeiten. Zeitumstellungen. Viel Licht. Ein völlig anderes Essensangebot als zu Hause.

Aus ayurvedischer Sicht sind das viele Veränderungen auf einmal – und genau diese Beweglichkeit und Unregelmäßigkeit wird dem Vata-Prinzip zugeschrieben. Vata steht im Ayurveda unter anderem für Bewegung und Veränderung. Wenn davon sehr viel zusammenkommt, kann es schwieriger werden, die eigene innere Balance zu halten.

Bei mir hat sich das vor allem über meinen Schlaf und meine Verdauung gezeigt.

Das Schöne ist: schon kleine, einfache Routinen sind wertvoll, da sie kleine Anker sein können in all der Bewegung und Veränderung. 

 

Was mir gelungen ist – und was nicht

Ich will ehrlich mit dir sein: Vieles von meiner Ayurveda-Routine konnte ich im Urlaub nicht aufrechterhalten. Zunge schaben und Nasenspülung: das Equipment habe ich aus Platzgründen gar nicht erst mitgenommen. Regelmäßige Essenszeiten: bei so einem Angebot und so einem durcheinander gewürfelten Tagesrhythmus kaum machbar. Mein warmes Frühstück: ich habe es im Urlaub vermisst, aber bei dem tollen Frühstücksbuffet habe ich viele andere Leckereien gegessen.

Meine morgendliche Yogapraxis? Habe ich nicht ein einziges Mal gemacht. Was mir aber gelungen ist: mein warmes Wasser am Morgen. An Bord gab es immer einen Automaten oder eine offene Bar, an der ich mir heißes Wasser holen konnte. Diesen kleinen Anker habe ich mir bewahrt – jeden Tag.

 

Welche Ayurveda-Routinen lassen sich im Urlaub leicht beibehalten?

Vielleicht fragst du dich jetzt: Muss ich denn überhaupt versuchen, meine Ayurveda-Routine mit in den Urlaub zu nehmen? Meine Antwort darauf lautet: Nein.

Ich würde sogar sagen: Versuch gar nicht erst, deine komplette Alltagsroutine im Koffer zu verstauen. Das macht aus Erholung schnell ein weiteres Projekt.

Viel hilfreicher finde ich ein oder zwei kleine Anker, die dir auch unterwegs gut tun und die sich ohne großen Aufwand umsetzen lassen. Bei mir war es das warme Wasser am Morgen. Aber vielleicht ist es bei dir etwas ganz anderes?

Es muss nicht groß sein. Es muss vor allem zu dir und zu deiner Reise passen.

Und auch beim Yoga darfst du es dir leicht machen. Du brauchst kein Yogastudio oder deine Matte, Kissen oder Blöcke. Dein Hotelzimmer reicht vollkommen aus.

Ich habe übrigens während meiner Reise ein kleines Yoga-Video für dich aufgenommen, so dass du unterwegs im Hotelzimmer Yoga praktizieren kannst. Du brauchst dafür nicht viel Platz und kannst dir damit ein paar Minuten bewusste Zeit für dich schenken.

Hier geht's zu meinem Yoga-Video für das Hotelzimmer.

Denn genau darum geht es für mich: Nicht die perfekte Routine durchzuziehen, sondern auch im Urlaub immer wieder kleine Momente zu finden, in denen du bei dir ankommst.

 

Ist Ayurveda dogmatisch?

Nein, Ayurveda ist nicht dogmatisch. Er schreibt dir nicht vor, dass du ab jetzt nur noch dieses und jenes essen darfst. Er zeigt dir, was zu deiner individuellen Konstitution passt – und welche Kombinationen dir guttun.

[Mehr zu den Konstitutionen erfährst du in meinem Artikel “Die 3 Doshas im Ayurveda: Welcher Ayurveda-Typ bist du?”.]

Für mich hilft dabei die 80/20-Regel: Es muss nicht jeden Tag alles perfekt passen. Wenn du dich überwiegend so ernährst und verhältst, wie es dir guttut, darf es zwischendurch auch anders sein.

Und manchmal ist es sogar sinnvoll, die 80 Prozent ganz locker zu sehen. Denn gerade im Urlaub gibt es Situationen, die du nicht planen kannst. 

Das ist das Schöne am Ayurveda, und genau das liebe ich daran: Am Ende des Tages entscheidest du immer selbst, weil es um deinen Körper und dein Wohlbefinden geht.

Ich habe das an mir selbst gemerkt. In den ersten Urlaubstagen habe ich häufiger alkoholfreie Cocktails getrunken – das Angebot war einfach zu verlockend. Irgendwann habe ich gespürt, dass mir diese kalten Getränke nicht so guttun. Also habe ich etwas geändert: nicht ganz verzichtet, aber reduziert. Statt zwei oder drei Cocktails am Tag nur noch einen. Und danach ging es mir spürbar besser.

Nicht perfekt. Nicht streng nach Plan. Sondern so, wie es sich für mich in diesem Moment richtig angefühlt hat.

 

3 ayurvedische Ernährungsregeln, die mir im Urlaub Orientierung geben

Auch wenn Ayurveda nicht dogmatisch ist – ein paar einfache ayurvedische Grundsätze rund um die Ernährung im Hinterkopf zu haben, kann dir gerade im Urlaub (aber natürlich auch in deinem Alltag) Orientierung geben, ohne dass du auf Genuss verzichten musst.

Wichtig ist dabei: Die folgenden Empfehlungen stammen aus der ayurvedischen Lehre. Sie sind keine Verbote und auch keine allgemeingültigen Ernährungsgesetze. Im Ayurveda wird Ernährung individuell betrachtet – unter anderem abhängig von Konstitution, Verdauungskraft, Gesundheitszustand und Jahreszeit.

 

1. Nicht mehrere tierische Eiweißquellen in einer Mahlzeit kombinieren

Nach ayurvedischer Lehre gilt es als ungünstig, verschiedene tierische Eiweißquellen miteinander zu kombinieren. Also zum Beispiel Fleisch und Fisch gemeinsam zu essen.

Jede tierische Eiweißquelle braucht viel Verdauungskraft – kombinierst du mehrere, wird dein Verdauungsfeuer (Agni) überfordert, und es entstehen Stoffwechselrückstände, die dich eher belasten als nähren. (Quelle: Ayurveda Campus)

Gerade am Buffet kann das eine ganz praktische Orientierung sein.

 

2. Milchprodukte nicht mit Obst kombinieren

Auch die Kombination von Milchprodukten und Obst wird in der ayurvedischen Ernährungslehre als ungünstig betrachtet. Obst wird sehr schnell verdaut, Milch deutlich langsamer. Kommen beide zusammen, kann die Nahrung im Verdauungstrakt gären – säurehaltiges Obst lässt Milch zudem gerinnen. Die Folge sind Völlegefühl und oft auch Blähungen. (Quelle: Heilpraktiker Dreieich)

Deshalb würde ich beispielsweise nicht Joghurt mit frischem Obst kombinieren. Gerade am Frühstücksbuffet ist das wieder ein guter Leitsatz: nicht auf Obst oder Joghurt verzichten, sondern darauf achten, beides nicht in einer Mahlzeit zu essen.

Und auch hier gilt: Nicht als Verbot verstehen, sondern als Orientierung. Ayurveda möchte dich nicht in ein Korsett stecken, sondern dich dafür sensibilisieren, wie unterschiedliche Lebensmittelkombinationen auf dich wirken.

 

3. Keine eiskalten Getränke zum Essen

Das ist eine Empfehlung, die mir persönlich besonders leichtfällt, seit ich die Wirkung an mir selbst bemerkt habe.

Nach ayurvedischer Lehre können sehr kalte Speisen und Getränke das Verdauungsfeuer, Agni, schwächen. Deshalb wird empfohlen, Getränke nicht eiskalt und insbesondere nicht direkt aus dem Kühlschrank zu trinken.

Auch die Deutsche Gesellschaft für Ayurveda empfiehlt im Rahmen der ayurvedischen Ernährung warme Nahrung und beschreibt heißes Wasser als Möglichkeit, Agni anzuregen.

Bei meinen alkoholfreien Cocktails habe ich genau das für mich erlebt. Ich musste die ayurvedische Regel gar nicht vorher im Kopf haben. Irgendwann hat mein Körper mir ziemlich deutlich gesagt: Das bekommt mir gerade nicht besonders gut.

Also habe ich nicht komplett darauf verzichtet. Ich habe einfach weniger davon getrunken.

 

Drei einfache Regeln, die du dir gut merken kannst – und die dir auch am Buffet Orientierung geben, ohne dass du dir jede Freude verbietest.

 

Genuss gehört für mich ebenfalls zum Ayurveda

Und dann ist da noch etwas, das mir im Urlaub besonders wichtig ist: Genuss. Denn was bringt mir die schönste Ayurveda-Routine, wenn ich dabei ständig denke: Das darf ich nicht. Das darf ich nicht. Und das darf ich auch nicht?

Das ist nicht Sinn und Zweck des Ayurveda. Wusstest du, dass das Wort Ayurveda übersetzt “Das Wissen vom Leben” bedeutet?

Anders als in der westlichen Medizin, die den Fokus auf das Heilen einer Krankheit legt, legt der Ayurveda den Fokus “auf die Erhaltung eines gesunden Lebens”. Das ist ein ganz anderer Ansatz und erlaubt uns auch den puren Genuss.

Ich möchte im Urlaub essen, was mir Freude macht. Ich möchte Neues probieren. Ich möchte ein schönes Menü serviert bekommen, ohne mir Stress zu machen, ob das richtig ist oder nicht. 

Ayurveda bedeutet für mich nicht Verzicht um des Verzichts willen.

Es geht vielmehr darum, immer wieder wahrzunehmen: Wie geht es mir damit?

Vielleicht esse ich heute das Dessert und fühle mich danach wunderbar zufrieden. Vielleicht merke ich aber auch: Puh, das war jetzt ziemlich viel. Dann darf die nächste Mahlzeit wieder etwas leichter sein.

Vielleicht trinke ich einen Cocktail. Und vielleicht merke ich danach, dass mir einer reicht.

Das ist für mich gelebtes Ayurveda: nicht ständig darüber nachdenken, ob ich alles richtig mache, sondern meinen Körper immer besser kennenlernen und auf seine Signale hören.

 

Zurück zu Hause: wie sich mein Rhythmus wieder sortiert

Jetzt bin ich wieder zu Hause und lebe meine normale Routine. Ich merke deutlich, wie gut mir das tut. Ich fühle mich wieder mehr angekommen, mehr bei mir selbst. Mehr innere Ruhe, mehr Sicherheit. Mein Schlafrhythmus ist fast wieder normal: Ich schlafe gut ein und gut durch. Nur morgens bin ich momentan noch etwas zu früh wach – das wird sich in den nächsten Tagen sicher noch einpendeln.

Mein warmes Wasser am Morgen wärmt mir den Bauch auf – wie ein sanfter Start in den Tag. Mein warmes, leichtes Frühstück – Haferflocken mit warmer Hafermilch, dazu Mandeln, Walnüsse und Berberitzen – gibt mir Energie und ein leichteres Körpergefühl.

 [Wie so eine ayurvedische Morgenroutine sonst noch aufgebaut sein kann, zeige ich dir übrigens in meinem Artikel „Ayurvedische Morgenroutine (Dinacharya): Mit Energie und Klarheit in den Tag starten".]

Und was ich nach dieser Reise ganz bewusst nicht gemacht habe: Ich habe nicht versucht, die 18 Urlaubstage irgendwie wieder „gutzumachen“. Keine strenge Diät. Kein Verzicht. Kein „Jetzt muss ich aber wieder besonders gesund sein“.

Ich bin einfach zurück in meinen Rhythmus gegangen. Und genau das hat funktioniert.

 

Ankommen in deinem eigenen Rhythmus

Diese Reise hat mir noch einmal ganz deutlich gezeigt: Ayurveda im Urlaub bedeutet nicht, alles perfekt zu machen. Es geht darum, zu spüren, was dir guttut – und dir zu erlauben, dass nicht jeder Tag nach Plan läuft.

Was deinen Fokus bekommt, entscheidest du selbst. Vielleicht ist es das warme Wasser am Morgen. Vielleicht ist es, bei kalten Getränken etwas achtsamer zu sein. Vielleicht möchtest du dir ein paar Minuten Yoga im Hotelzimmer gönnen. Und vielleicht ist es einfach die Erlaubnis, sich gar nicht darum zu kümmern und nach dem Urlaub zuhause wieder Schritt für Schritt in deinen eigenen Rhythmus zurückzufinden. Alles ist richtig, wenn es dir gut tut.

Denn vielleicht ist genau das die wichtigste Lektion, die du heute mitnehmen darfst:

Ayurveda muss sich deinem Leben anpassen – nicht dein Leben dem Ayurveda.

 

Wenn du die Grundsätze des Ayurveda einmal in Ruhe und ganz praktisch kennenlernen möchtest – nicht als starres Regelwerk, sondern als das, was dir wirklich guttut –, dann komm gerne zu meinem eintägigen Ayurveda Home Retreat am 3. Oktober.

Bequem von zu Hause aus, live über Zoom: Wir kochen gemeinsam alltagstaugliche Ayurveda-Gerichte, du lernst die Ayurveda-Grundlagen kennen, wir praktizieren sanftes Yin Yoga und lassen den Tag mit einer Fantasiereise ausklingen. Ganz ohne Leistungsdruck, für jeden Körper geeignet und ohne Vorerfahrung. Alle Infos findest du auf der Event-Seite.

Und wenn du dir Impulse wie diesen regelmäßig in dein Postfach holen möchtest, melde dich gerne für meinen Newsletter an.

Ich wünsche dir viele schöne Reisen – und ein gutes Ankommen bei dir selbst, egal ob unterwegs oder wieder zu Hause.

Alles Liebe für dich
Melli

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Häufige Fragen zu Ayurveda im Urlaub

Muss ich im Urlaub streng auf meine Ayurveda-Ernährung achten?
Nein. Ayurveda ist nicht dogmatisch. Es geht darum, für deine individuelle Konstitution zu spüren, was dir guttut – und nicht darum, im Urlaub jede einzelne Empfehlung perfekt umzusetzen. 

Wie kann ich Ayurveda im Hotel oder auf einer Kreuzfahrt umsetzen?
Du musst nicht deine komplette Ayurveda-Routine mitnehmen. Suche dir ein oder zwei kleine Anker, die sich leicht umsetzen lassen. Für mich war es das warme Wasser am Morgen. Auch eine bewusste Mahlzeit am Tag, nicht eiskalte Getränke, ein paar Minuten Ruhe oder eine kleine Yogaeinheit können dir helfen, dich auch unterwegs mit dir verbunden zu fühlen.

Was mache ich, wenn meine Essenszeiten im Urlaub komplett durcheinandergeraten?
Dann darfst du erst einmal durchatmen. Gerade auf Reisen lässt sich nicht immer nach festen Zeiten essen. Versuch nicht, die verlorene Routine mit Druck wiederherzustellen. Wenn möglich, achte auf ein regelmäßiges Frühstück und darauf, nicht ständig nebenbei zu essen. Und wenn auch das nicht klappt, darfst du nach dem Urlaub wieder Schritt für Schritt in deinen Rhythmus zurückfinden.

Welche Ayurveda-Routine lässt sich im Urlaub am leichtesten beibehalten?
Aus meiner Erfahrung: warmes Wasser trinken. Im Hotel oder an Bord findet sich fast immer eine Möglichkeit, an heißes Wasser zu kommen. Vielleicht stutzt der Barkeeper im ersten Moment, wenn du statt eines Cocktails heißes Wasser bestellst, aber spätestens am 2. Tag seid ihr beste Freunde 😉

Warum sind kalte Getränke im Ayurveda ungünstig?
Nach ayurvedischer Lehre können sehr kalte Speisen und Getränke das Verdauungsfeuer, Agni, schwächen. Deshalb werden warme beziehungsweise nicht eiskalte Getränke bevorzugt. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ayurveda empfiehlt warme Nahrung und beschreibt heißes Wasser als Möglichkeit, Agni anzuregen.

Was kann ich tun, wenn ich nach dem Urlaub wieder in meine Ayurveda-Routine zurückfinden möchte?
Du musst nichts „wiedergutmachen“. Starte einfach wieder mit deiner Routine, die dir zu Hause guttut. Bei mir sind es warmes Wasser und mein warmes Frühstück am Morgen. Wenn dein Schlafrhythmus noch etwas durcheinander ist, gib dir ein paar Tage Zeit. Eine vertraute Morgenroutine kann dir helfen, wieder mehr Struktur und Ruhe in deinen Alltag zu bringen.

Kann ich auch im Urlaub Yoga machen, wenn ich kein eigenes Yogazimmer habe?
Natürlich. Für eine kleine Yogaeinheit brauchst du nicht viel Platz. Ein Hotelzimmer reicht völlig aus. Du kannst sogar ohne Matte praktizieren. Entscheidend ist nicht die perfekte Umgebung, sondern dass du dir ein paar Minuten Zeit für dich nimmst.

Wie viel Ayurveda muss ich im Urlaub überhaupt machen?
So viel, wie dir magst – und keinen Schritt weiter. Vielleicht möchtest du nur warmes Wasser trinken. Vielleicht achtest du auf deine Getränke und Essenskombinationen. Vielleicht machst du Yoga. Vielleicht möchtest du im Urlaub aber auch einfach einmal gar nichts davon beachten. Ayurveda ist für kein weiteres Projekt, das du im Urlaub meistern musst. Es ist eine Einladung, dich selbst besser wahrzunehmen.

Melli Böhm – Yoga- und Selbstliebe-Mentorin für Frauen mit XXL-Körper

Hallo, ich bin Melli.
Als Mentorin für Curvy Yoga und Selbstliebe begleite ich Frauen auf ihrem Weg, aus dem ständigen Funktionieren auszusteigen und wieder mehr zu spüren, was ihnen wirklich guttut.

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